20.09.2015

20.09.2015

 

Besuchte Orte: Rishikesh

 

Von Delhi sind wir mit dem Zug nach Haridwar, von wo es aus mit einem lokalen Bus nach Rishikesh ging. Zumindest heißt die auf Maps angezeigte Zughaltestelle Rishikesh, wir sind eigentlich in einen winzigen Ort namens Ram Jhula gefahren. Nach Ram Jhula fahren, wie sonst auch immer und überall, zahlreiche TukTuks. Wir wollten aber diesmal Geld sparen und haben uns wieder mal im Hitchiken versucht. Hierzu aber in diesem Artikel mehr.

Nach Ram Jhula direkt kommt man nur über eine sehr schmale Brücke, über die aber sogar Roller und Motorräder mit beängstigenden Geschwindigkeiten rauschen. Wir konnten jedes Mal die Brücke wippen spüren, was mir persönlich ein mulmiges Gefühl verlieh, angesichts dessen, dass unter uns der Ganges floss.

Atemberaubend...im Wahrsten Sinne!

Angekommen in Ram Jhula haben wir uns auf die Suche nach einem günstigen Guesthouse gemacht, was sich als ziemlich schwer erwies. Besonders, da es schon nach 22:00 war. Wir haben von unseren Mitsurfern in Delhi den Tipp bekommen, dass sie in einer Unterkunft für 300 Rupien waren. Wir haben auch prompt eine zu dem Preis gefunden, doch war diese ausgebucht. Einige weitere folgten, allerdings zu wesentlich höheren Preisen. Uns haben dann auch noch zwei junge Kerle verfolgt, was schon wieder so ein Moment war, in dem ich mir dachte: "Warum macht ihr das? Würdet ihr das wollen, wenn ihr in Deutschland als Touristen in Seitenstraßen unterwegs seid?"

Aber weitere Bedenken hatte ich nicht, Super Mickey war ja am Start und hatte wieder mal ihr Pfefferspray parat. Glücklicherweise haben wir nach einiger Zeit einen Touristen vorbeirennen sehen und Mickey hat mich dann mitgezerrt, weil dieser in einer Unterkunft unserer Preisklasse hauste. Flott sind wir hinterher und haben eine Nacht gebucht, klasse!

 

Nächster Tag:

Viel zu erleben gibt es in diesem kleinen, idyllischen Ort ehrlich gesagt nicht. Er ist berühmt zum Meditieren und für die Ausübung von Yoga. Yoga ist allgemein in dieser Gegend stark präsent, wer in diese Richtung interessiert ist, kann sich ja mal darüber informieren. Wer Lust hat, selbst ein Yogalehrer zu werden, kann mir gern eine Nachricht senden, mein Host in Delhi bietet einen online sowie offline Kurs an, kommt darauf an, wie ihr an eure Lehrerlizens kommen möchtet.

So schlenderten wir also die ganze Ortslänge ab, wurden um ein Haar von einem mannsgroßen Affen angegriffen, genossen einen Snack in einem alternativ-Café und fanden sogar heraus, dass unsere Freunde, die wir in Kolkata kennengelernt hatten, nicht unweit von uns wohnten. Sie hatten eine super Unterkunft zum gleichen Preis auf dem Berg gefunden, auf der anderen Seite des Ganges. Wir sind also schleunigst zurück zu unserem, naja....Hotel kann man es nicht nennen. Es war eher ein Tempel mit vielen Zimmern zur Miete, wo sich hauptsächlich Yoga- und Meditationsbegeisterte hinbegeben. Wir also dort hin und Sachen gepackt, ausgecheckt und den Berg hochgelaufen. Achja, ich möchte die tote Maus in unserem Zimmer nicht ungeachtet lassen, zudem gab es Auscheck-Schwierigkeiten, da es schon 20:00 abends war, aber schliesßlich haben wir es doch geschafft.

Überraschung unterm Bett

 

Die letzten Meter vor dem Ziel waren besonders magisch für mich. Unendlich viele Glühwürmchen tummelten sich in den Bäumen, Büschen und der Luft. Ich kann mich gar nicht mehr entsinnen, wann ich zuletzt Glühwürmchen gesehen habe, ich denke, dass ist schon mehr als 10 Jahre her. Leider sind die Versuche, dieses Atemberaubende Naturschauspiel auf Kamera festzuhalten gescheitert, Autos haben mit ihren Scheinwerfern immer wieder die Idylle gestört.

Nunja, eingecheckt, mit unseren Freunden Erfahrungen ausgetauscht und zu Abend gegessen und schlafen gelegt. So in etwa sah dann jeder Tag aus, es waren die letzten in Indien und die wollten wir gemütlich ausklingen lassen.

Einen Tag jedoch haben wir uns aufgerafft und sind in die Berge gewandert, es gibt dort einen Trekkingpfad entlang vieler Wasserfälle, wunderschön. Auf dem Weg zurück hat uns dann ein netter Local aufgegabelt und ein gutes Stück gefahren, diesmal haben wir uns aber im Vorhinein aufklären lassen, ob er uns eine Mitfahrt gibt oder eine Art Taxifahrt anbietet. Dieser Mann war glücklicherweise sehr freundlich und nahm uns kostenlos mit, er ist auch ein Yogalehrer, praktiziert sogar in die Richtung Heilung von Psychiosen usw.

Schönheit der Natur

Nach einer entspannten Ausklingphase in den Bergen ging es also los nach Nepal, ein weiterer Traum von Mickey und auch ein interessantes Land für mich, da ich in jungen Jahren schon viel darüber von meinen Nachbarn gehört habe, die fast jährlich dort hinreisten. Also begleite ich einfach sie und lerne ein weiteres Land kennen. Mickey hat wieder mal gehandelt und so haben wir weniger als die Hälfte des angesagten Preises zur Bushaltestelle in Rishikesh bezahlt. Von dort aus ging es wieder nach Haridwar, von wo aus die Busse in alle Richtungen fahren.

Bisher musste ich nur einmal die Erfahrung einer Überland-Busfahrt in Indien machen, zum Glück. Ich sitze um ehrlich zu sein noch in dem wackeligen Gefährt, während ich versuche, diesen Artikel ohne Rechtschreibfehler zu tippen. Das ist sehr schwer, weil ich vor lauter Schlaglöchern und Vibrationen den Bildschirm kaum scharf sehen kann.

Nunja, von Rishikesh nach Lucknow haben wir kein Zugticket bekommen, also hat uns der örtliche Reiseagent geraten, nehmt doch den Bus nach Banbasa, dort gibt's auch einen Grenzübergang nach Nepal. Den Rat haben wir befolgt. Wie aber in den Stadtbusen auch, kauft man das Ticket direkt im Bus, also haben wir uns reingesetzt, ein Ticket gekauft und auf die Abfahrt gewartet. Es war ca. 15:00.

 

wenig Platz im Luxusschiff

 

Abends um 8 ging es dann los. Gemächlich fuhren wir dahin, hier und da die gewohnten Schlaglöcher. Doch dann kam's: ich war gerade am eindösen, als es mich plötzlich hochhob! Ich war so erschrocken, dass ich erst mal kein Auge mehr zugemacht habe. Grund dafür war, und das nicht nur einmal, eine Bremsschwelle, diese Hubbel am Boden, vielleicht kennt ihr die.

Die ganze Nacht über zuckelten wir so dahin, viele andere Buse überholten uns, ich wunderte mich, warum unserer so langsam fährt. Naja. Nach 4h haben wir dann eine Pause an einer Raststelle eingelegt. Dort gabs dann eine Brotzeit und weiter gings. Die Temperatur war angenehm, nachts zu fahren zahlt sich schon aus. Allerdings ist die Luft äußerst schmutzig, durch all den aufgewirbelten Dreck draußen.

Der Geräuschpegel des Buses ist erstaunlich hoch, alle Fenster klappern aufs Extremste, beim "Springen" des Buses haut es irgendeine Metallklappe draußen mit einem "Rumms" auf und zu und der Rest der Busbestandteile ist wie in einem Orchester ein Haufen "Nebeninstrumente". Mein Sitz ist spärlich und der Bus scheint schon mehr als 10 Jahre auf dem Rücken zu haben.

Frühmorgens, der Sonnenaufgang ist wunderschön, wagt sich unser Busfahrer mit zwei anderen Busen über Landstraßen zum nächsten Ort. Auf der extrem schmalen Straße und den knappen Kurven geht es vorbei an Weihern, Feldern und Hütten. In jeder Kurve habe ich Angst, dass wir umkippen, einmal war die Schräglage nach meinem Gefühl schon kurz vor Umfall. Nungut, den Teil hab' ich auch überstanden. Zurück auf der Straße drückt der Fahrer plötzlich aufs Gas, ab geht die Post. Nun sind wir die, die einige Buse überholen und ein Wahnsinnstempo draufhaben. Die Schlaglöcher jucken den Fahrer dabei nicht, ich vermute mal, so muss sich ein Presslufthammer fühlen. Und ich hab ja noch nicht mal Masse, um das ganze abzufedern.

Puh, nachdem es noch einige Schleudereinlagen gab, hat sich das ganze endlich etwas verlangsamt, so kann ich den Sonnenaufgang auch mehr genießen.

Belohnung für eine ruckelige Fahrt

Mein Tipp für eine Busreise in Indien: Kissen. Und falls möglich, gleich ein Dutzend davon! Und einen Gehörschutz, hemmt den Geräuschpegel ein bisschen.