Nepal

Von Indien sind wir über die Westgrenze nach Nepal gekommen. Zur Fahrt nach Banbasa könnt ihr in diesem Beitrag mehr erfahren. Angekommen in Banbasa sind wir ein Stück aus dem Ort raus in Richtung Borderzone gegangen, weil uns die TukTuk-Fahrer zu aufdringlich wurden. Nach einer Weile kam ein Kleinwagen, vollgestopft mit Leuten, vorbei und stoppte. Ein Nepalese, der uns zuvor schon seine Hilfe angeboten hatte, streckte den Kopf aus dem Fenster und sagte "springt rein". So kamen wir dann zum Checkpoint auf indischer Seite. Dort wurden unsere Personalien aufgenommen, ein Ausreisestempel in den Reisepass gedrückt und weiter gings, zu Fuß. Wir liefen ein Stück weiter, bis wir wieder aufgehalten wurden, von indischen Beamten. Diese haben abermals unsere Personalien aufgenommen, " mein" Beamter wollte mir weismachen, dass mein Visum schon längst abgelaufen sei und zeigte auf den thailändischen Stempel im Pass. Ich klärte ihn auf, dass er da vollkommen falsch liege und zeigte ihm den indischen Stempel, woraufhin er stutzig wurde und plötzlich ganz ruhig. Nach der Prozedur ging es dann weiter für uns, ohne jegliche Taschenkontrolle, obwohl es Hütten mit der entsprechenden Aufschrift für diesen Zweck am Wegrand gab. Wir folgten einfach der Straße und hätte uns ein Mann nicht auf das nepalische Immigrationshäuschen aufmerksam gemacht, wären wir glatt ohne Visum ins Land reingelaufen. Die Amtsgebäude sehen hier alle sehr unscheinbar aus, die Ausschilderung ist mager. Nunja, wir haben uns dann das 30-Tage Visum für 40$ gekauft und sind dann wieder weiter, in Richtung Nepal. Viele viele Bundeswehrler standen, saßen und lagen an der offenen Schranke herum und langweilten sich sichtlich zu tode. Scheint ein geeigneter Job für mich als geborener Faulpelz zu sein :b

Leider, oder auch glücklicherweise, man kann es sehen wie man will, haben wir einen Tag erwischt, an dem gestreikt wurde. Deshalb ging auch kein Bus nach Kathmandu. Das zwang uns, ein Guesthouse zu suchen und nach ein bisschen Suchen entschieden wir uns für eins. Es war besser als die anderen, trotzdem schrecklich. Doch dazu später.

Hungrig wie wir waren, sind wir erst einmal raus und haben die Gegend abgeklappert, es war schon dunkel. Nun mehr zu dem 'glücklicherweise' vorhin: Es trat gerade eine neue Verfassung in Kraft, die in diesem Teil des Landes für große Freude sorgte. Folglich waren entlang der Hauptstraße tausende Kerzen aufgestellt und alle paar Meter umrandeten diese ein auf die Straße gemaltes Bild (ich glaube, es war meistens die nepalesische Flagge). Das sah nicht nur magisch aus, man konnte die Freude der Menschen auch sehen und fühlen.

Menschenhorden auf der Straße

Überall wurde laut Musik gespielt, Lichtspiele fanden statt, die Menschen tanzten ausgelassen auf den Straßen. So ging also unser erster Tag zu Ende. Nach einer langen Reise hier her fielen, nein, sanken wir müde auf unsere Betten. Fallen war nicht, dazu war die Konstruktion zu hart, da wäre was unsererseits zu Bruch gegangen. Normal wäre hier Ende, ist es aber nicht. Denn jetzt ging die Jagd los!

Ihr denkt jetzt vielleicht: "hä? Jagd? Nachts im Bett?"

Für Leser mit Mückenproblem, ihr wisst vermutlich was ich meine. Diese kleinen Biester haben uns lang wachgehalten und auch immer wieder aufgeweckt. Ich habe viele gejagt und zur Strecke gebracht, sorry für die vielen Toten. Aber selbst dann nahm es kein Ende, also gab ich auf und ergab mich meinem Schicksal als unfreiwilliger Blutspender.

 

Gute Nacht Nepal