Australien

 

Februar 2016

Hi, mein Name ist Smün, Phil Smün.

Spass bei Seite, ich bin jetzt eine lange Weile abwesend gewesen, und viele von euch wissen auch, warum. Wer meine Youtubevideos verfolgt, kennt den Grund. Für die, die noch nicht auf Youtube mit dabei sind, ich bin am Ende meiner Malaysiareise ausgeraubt worden, somit war der Laptop und auch die Kamera weg. Danach ging es noch nach Bali, auf dem Weg dorthin brach aber der Vulkan auf der Nachbarsinsel aus, also sind wir in Surabaya zwischengelandet. Dort hat die Airline dann zwei Nächte in einem BestWestern Hotel bezahlt, all inclusive. Ein kleiner Trost nach dem Rückschlag, um das alles hinter mir zu lassen. Schliesslich wurden wir dann noch nach Bali geflogen, in einem eher leeren Flugzeug, da die andere Hälfte der Passagiere mit dem Bus nach Bali verfrachtet wurde, doch wir haben uns Zeit gelassen und plötzlich war der Flughafen auf Bali wieder frei, sodass uns gesagt wurde, wir werden fliegen statt fahren. Ein massiver Zeit- und Komfortunterschied wurde uns zu Gute. Nach zwei Tagen mit den Flugangestellten in einem Hotel war der Flug dann schon fast vertraut, als würden Freunde uns fliegen. Ich habe noch nie ein ehrliches Lächeln in den Gesichtern der Flugangestellten gesehen, das war das erste Mal, ich habe mich pudelwohl gefühlt.

Auf Bali haben wir dann eine Woche verbracht, sehr durchwachsen, wie ich finde. Von der Hauptstadt Denpasar war ich enttäuscht, eine von Menschenhand ausgeleierte Gegend. Schmutzig, laut und unkoordiniert. Als es dann nach Ubud ging, war das schon anders. Sehr sehr touristisch, was mir aber auch auf den Magen schlug. Also schnappten wir uns einen Roller und sind noch weiter in den Norden, ich habe keinen blassen Schimmer, wo genau wir da waren. Auf jeden Fall haben wir dort wunderschöne Reisfelder gefunden, die an dem Tag von ca. 5 weiteren Touristen besichtigt wurden, sehr angenehm. Ich fand es so schade, dass die Kamera futsch war, auch Mickey war traurig um ihre Canon. Ich werde aber definitiv nochmal vorbeischauen und das festhalten, das wird dann auf Youtube kommen.

 

 

Dann folgte der Abschied. In meiner fünfmonatigen Reise habe ich Taiwan, Vietnam, Thailand, Singapur, Indien, Nepal, Malaysia, Brunei und Indonesien er und leben dürfen, ich bin so glücklich darüber. In Vietnam habe ich meine treue Reisebegleiterin Mickey getroffen, mit der ich unvergessliche Momente erleben durfte, atemberaubende Panoramas und unbeschreibliche Kulturschocks. Unser Abschied auf Bali war kurz und knapp, um dem üblichen Gefühlgedusel auszuweichen. Für sie ging es nach Hause, für mich weiter nach Australien.

 

ein paar Eindrücke aus Bali

 

 

Eins vorweg: ich bin seit November in Australien und habe es NIE geschafft, vernünftiges WiFi zu bekommen, daher auch dieses sehr verspätete Update dieses Blogs.

 

So, da war ich nun. Voll zurück im westlichen Lifestyle, dem Konsumwahn und des Statusgeierns. Aber es ist notwendig, sonst wäre ich vermutlich nie wieder nach Australien gekommen. Warum? Ich bin pleite, darum...

Australien ist bis Juli 2016 noch eine sehr gute Geldquelle für deutsche Reisende unter 31, deshalb habe ich mich nutgedrungen dafür entschieden. Lieber das, als im November nach 5 Monaten Reise im warmen Asien zurück nach Deutschland zu kommen, ihr könnt das bestimmt nachvollziehen, oder?

Ich hatte Glück, mein erster Host in Darwin war ein anders gepolter junger Herr, der mehr in die Materie des Menschensein schaut und mit dem ich mich grossartig über eher unberührte Gesprächsthemen unterhalten konnte. Zudem ist er ein grossartiger Koch, der aus allem noch so Unscheinbaren etwas super Leckeres zaubert. Und das alles mit einem....Reiskocherähnlichen Ding. Ich vermisse ihn schon sehr, und heute (Samstag, 20.02.2016) fliegt er auch nach Taiwan, was mich schon etwas neidisch macht. Aber viel mehr freue ich mich für ihn, Taiwan ist ein grossartiges Land!

 

In Darwin ging es dann los. Jobsuche! Nach einer Woche habe ich mir dann einen Job an Land gezogen, Früchtepflücken. Mangos waren es, für den Anfang. Zwei Wochen habe ich das dort gemacht, dann war die Saison vorbei und ich war froh, keinen weiteren Mangosap auf die Finger zu bekommen und den Job beendet zu haben.

 

Endlose Mangobaumreihen

die 4km/h schnelle Mangomaschine. Ich glaube diese hier hieß Matilda

Mango Mango Mango Mango Mangoooo

Monsterfledermaus. Spannweite geschätzte 140cm!

Dann zog es mich nach Perth. Aus zwei Gründen. Zum Einen, haben mir Dylan und Connie, die beide aus Perth kommen und die ich in Indien in Kolkata kennengelernt habe, gesagt, dass diese Stadt im Dezember ein Paradies sei. Zum Anderen habe ich in Taiwan Yimei getroffen, die zufällig auch mitte Dezember nach Perth kommt. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Das mit dem Paradies kann ich nur bestätigen, ich habe mich sofort in diese Stadt verliebt. Zum Einen erinnert sie mich an manchen Ecken und Stellen im CBD an Melbourne und Sydney, zum Anderen ist man in Sekundenschnelle an den wohl wundervollsten Stränden der Welt (meiner Meinung).

 

mein erstes zu Hause, Couchsurfing

Yimei und mein Favoritenstrand, nahezu unbesucht

Good times mit Couchsurfern und Host

Wenn wir mal keinen Host gefunden haben, musste das Auto herhalten

Sonnenuntergang in Perth

So begann das Spiel also wieder von vorn, Jobsuche. Nach einem Gelegenheitsjob auf einer Schaffarm fanden wir dann nach fünf Wochen endlich einen längerfristigen Farmjob, Melonen 'pflücken'. Man pflückt die ja nicht wirklich, man bückt sich, schaut sich das Ding an und wenn sie gut ist, schneidet man sie ab und legt sie auf ein Laufband. Aber nach zwei Wochen habe ich uns einen besser bezahlten Job organisiert und wir zogen weiter, Pflaumenpflücken. Und das machen wir nun seit zwei Wochen, und es macht Spass. Gewissermassen. Ich meine, Arbeit generell macht mir nie Spass, aber für die Bezahlung ist der Job völlig in Ordnung, easy peasy.

 

Das war's. Vorerst. Australien im Schnelldurchlauf, wenn wieder mehr Zeit ist, kommt auch mehr. Ich sitze gerade in einem schnuckeligen, kleinen Cafe im Stadteil Victoria Park in Perth und geniesse meinen Karottenkuchen.

 

Staubig, hektisch, hot! So gestalteten sich die drei Tage auf der Farm

auf dem Weg zur Schaffarm

Nachtrag

Nach dem Pflaumen kamen dann noch Birnen, Wassermelonen und letztendlich von März an ein Job auf einer Apfel/Pfirsich/Nektarinenfarm und Gärtnerei. Dort blieb ich dann bis zur Abreise. Zum Ende hin zog sich alles sehr in die Länge und machte das Leben in Australien fast unerträglich.

 

Natur und Mensch (fast) vereint

Nachts vom Jetty

Blühente Fruchtbáume, Frühling

Shah wurde über die Wochen ein sehr guter Freund

Tahiti, Hawaii, Mauritius? Oder doch einfach nur Perth...?

Ja, so sah im Großen und Ganzen mein Jahr in Australien aus. Ich bin nur an einem Ort geblieben, daher gestaltete sich der Aufenthalt am Ende etwas eintönig. Doch lieber eintönig, als pleite. Das Reisen in Australien selbst ist ziemlich kostspielig, deshalb hab ichs vorerst mal gelassen.